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2015 17 Nov

Best of Lebensart auf der Insel

aus »Presse« Wir hatte großes Glück und wurden in ein ganz besonderes sylter Buch aufgenommen. Wir sind sehr stolz darauf. Es heißt: Best of Sylt und ist eine Avantgard Edition (ISBN: 978-3-942096-03-4)

Hier ein Auszug...
Der Urlauber lässt Wäsche zum waschen, trocknen, legen da, geht zum Strand und holt alles sauber auf dem Rückweg wieder ab. Dies ist kein Wunschtraum, sondern ein Service der Textilpflege „Maybach 13“. Als das Geschäft im März 1967 eröffnet wurde, war es ein reiner Waschsalon, doch die Touristen wollten keine Selbstbedienung, sondern Service, also wurde auf Textilreinigung umgestellt -- mit heute nunmehr 16 Mitarbeitern.
„Meine Mutter Renate war hier 15 Jahre lang als Angestellte tätig, bevor sie das Geschäft 20 Jahre lang geführt hat“, erzählt Inhaber Sven Wilms. „Sie unterstützt uns heute immer noch tatkräftig, ebenso wie mein Vater Hans.“

Als er selbst im Jahre 2007 die Leitung übernahm, wurde die Reinigung mehr und mehr zum Familienbetrieb: Auf der Meisterschule lernte er seine zukünftige Frau Anke kennen und nahm sie mit nach Sylt. Im Folgejahr wurde eine Zweigstelle in Niebüll eingerichtet, wo die Flachwäsche, also Bett- und Tischwäsche, in großen Maschinen (bis zu 60 kg Inhalt) bearbeitet wird. Es gibt nicht viel, das bei „Maybach 13“ nicht gereinigt werden kann, so auch Lederwaren, Oberbetten, Pferdedecken oder Teppiche. Jeder Mitarbeiter hat einen bestimmten Arbeitsbereich, gibt ein Kunde Hemd, Hose und Blazer ab, dann gehen die Kleidungsstücke in unterschiedliche Abteilungen. Damit sich am Ende alles wieder zusammenfügt, wird an jedes Teil ein Code geklammert, welcher zuvor in den Computer eingescannt wurde. Empfindliche Stoffe, wie zum Beispiel Wildseide oder Lodenmäntel erfordern häufig eine spezielle Behandlung: Weil sie Wasser und Waschpulver nicht vertragen, wird der Schmutz in einer gesonderten Maschine mit einem chemischen Lösungsmittel namens Perchloräthylen gelöst. Und selbstverständlich geht es nicht ohne „Zauberecke“: Genau genommen heißt sie Detachierplatz und ist meist besetzt von der Chefin: Hier nimmt sie den Kampf auf gegen hartnäckige Flecken, wie Blut, Gras, Lacke oder Teer.
Zu ihren Feinden gehören teurer Rotwein, sowie natürliche Gewürze wie Safran oder Curcuma. Doch fast immer behält sie die Oberhand, gelernt ist eben gelernt.

Manchmal sind auch Sonderschichten unvermeidbar, zum Beispiel nach einem Einsatz der Feuerwehr: Die braucht ihre Einsatzkleidung „am liebsten sofort“ gereinigt und gründlich imprägniert zurück. „Keine Frage, die Firma ist ein großer Bestandteil unseres Lebens“, erklärt Anke Wilms „Modernisierung gehört immer dazu, dennoch ist auch der gute alte Bügeltisch mit schwerem Eisen nicht wegzudenken.“ Und eben diese Verknüpfung von altem Handwerk mit modernster Technik fasziniert sie immer wieder:
„lch bin begeistert von meinem Beruf.“